Jorge González im Interview mit feingemacht

Er ist wohl der bekannteste Catwalktrainer Deutschlands. Jorge González, 47 Jahre alt und auf Kuba geborgen, ist aber mehr als das, er ist Model, Choreograf, Designer, Stylist und Diplom Nuklearökologe. Er ist sympathisch, schrill, scheinbar immer gut gelaunt und immer auf High Heels unterwegs. Er bringt Farbe ins manchmal kühle und spießige Deutschland und mischt die deutsche Medienwelt richtig auf. Er steht zu sich und ist stolz darauf, was er in seinem Leben erreicht hat. Und das kann er auch, denn Jorge hat eine bewegende Vita und ist ein Vorbild für viele Menschen.

Jorge hat seinen Ratero-Rüden Willie aus Mallorca, wo er in einem Mülleimer entsorgt wurde. Willie war ca. drei Wochen alt und für Jorge war es Liebe auf den ersten Blick, als er ein Foto von dem kleinen Welpen gesehen hat. Seitdem begleitet ihn sein Hund Willie fast überall hin. Ich freue mich sehr, dass sich Jorge die Zeit genommen hat um mir ein Interview zu geben.

Die PETA Kampagne „So trägt man Pelz“ (Quelle: youtube)

1. Jorge, du hast mit deinem Hund Willie die PETA Kampagne „So trägt man Pelz“ unterstützt. Wie wichtig ist dir diese Aussage und wie sehr lebst du danach?

Es ist für mich ein großes Anliegen auf die Tierquälerei aufmerksam zu machen, die es bei der Pelzherstellung gibt. Sieht man die Szenen, in denen die Tiere bei lebendigem Leibe gehäutet werden, ist das extrem grausam. Echter Pelz zu tragen auf Kosten von Tieren ist für mich nicht nachvollziehbar. In großen Firmen werden die Felle in Massenproduktionen verarbeitet und finden sich z.B. in den Pelzkragen der Winterjacken wieder, welche man überall auf den Straßen sieht. Viele Menschen wissen gar nicht, dass es sich bei den Fellapplikationen um echtes Material handelt, deswegen möchte ich bei der Aufklärungsarbeit helfen.

2. Du arbeitest in der Modebranche, ist diese Aussage „Nein zu Pelz“ nicht ein Widerspruch in dieser Branche?

Das ist kein Widerspruch, denn viele Firmen stellen heute Mode mit Pelzimitation aus Polyester her. Man muss kein Tier quälen um es sich anzuziehen. Ich selbst trage auch Pelzimitation und viele Designer wissen um dieses Problem und verwenden Pelzimitationen. Ich bin kein Extremist sondern möchte auf das Thema Tierquälerei aufmerksam machen.

3. Du hast deinen Hund Willie vor dem sicheren Tod gerettet und ihn bei dir aufgenommen. Würdest du dich wieder so entscheiden?

Oh ja, jeden Tag!

4. Was liebst du an Willie am meisten und was nervt dich an ihm manchmal?

Ich liebe die Freude, die er mir entgegen bringt. Selbst wenn ich nur 5 Minuten weg bin und wiederkomme freut er sich so sehr, als hätte er mich Stunden nicht gesehen. Mich nervt, dass ich ihm nicht böse sein kann, wenn er etwas angestellt hat. Wenn er mich mit seinem süßen Gesicht anschaut kann ich ihn nicht „bestrafen“, da bin ich einfach zu schwach. Er weiß genau, was falsch ist, aber er weiß auch, dass ich ihm nicht böse sein kann.

5. Du nimmst Willie manchmal mit zur Arbeit, wie genau funktioniert das?

Das klappt sehr gut. Ich arbeite in Hamburg und nehme ihn mit, denn er ist sehr lieb und macht keine Probleme. Ich nehme ihn jedoch nicht mit auf lange Flüge. Er müsste zum Fliegen in eine Box und das möchte ich ihm nicht antun. Wenn ich aber mit dem Zug unterwegs bin und zum Beispiel nach Berlin fahre, ist Willie mit dabei.

6. Was können wir Menschen von Hunden lernen?

Hunde sind sehr intelligent und haben bedingungslose Liebe. Sie haben ein Gespür für die Menschen und wissen genau, wenn jemand schlechte oder gute Energie in sich trägt. Willie ist sehr kommunikativ und er merkt sofort, wenn jemand schlechte Laune hat und negative Energie ausstrahlt.

7. Hast du mal überlegt eine Modekollektion für Hunde zu entwerfen?

Nein, für mich ist ein Hund ein Hund. Willie hat sehr kurzes Fell und wenn es im Winter sehr kalt draußen ist, dann ziehe ich ihm auch mal einen gestrickten Pullover an. Ein Hund bleibt für mich ein Hund. Ich bin kein Freund davon den Hund zu verkleiden, das finden die Hunde auch nicht so toll.

8. Du hast einmal gesagt, dass du bei schlechtem Wetter auch ungestylt in Gummistiefeln mit Willie spazieren gehst. Kannst du überhaupt in Gummistiefeln laufen?

Ja klar kann ich in Gummistiefeln laufen. Aber ich gehe nicht immer in High Heels raus und meine Gummistiefel haben auch nur 3,5 cm hohe Absätze :-).

Ich bedanke mich sehr bei Jorge für dieses wahnsinnig nette Telefonat. Ich wünsche ihm weiterhin viel Erfolg und Spaß in seinem Job und hoffe ihn und seinen Hund Willie einmal persönlich zu treffen. Wer Jorges bewegende Geschichte lesen möchte habe ich hier noch einen Tipp für euch. In dem Buch „Prominent mit Hund und einer Katze“, erhältlich im Becker Joest Volk Verlag erzählt Jorge seine Geschichte und wie er seinen Hund Willi gefunden hat. Es ist eine sehr schöne Geschichte und ein tolles Buch, was ich euch demnächst hier vorstellen werde!

3 Kommentare

  1. Schönes Interview. Ich finde es toll, wenn sich Prominente aus der Modebranche wie Jorge gegen Pelz aussprechen. Mir gefällt auch, dass er Rücksicht auf seinen Hund nimmt und ihn nicht dem Stress im Flugzeug aussetzt.

    Dummerweise habe ich mir nur das Video angesehen. Gezeigt wurde darin genau die Szene, die ich aus der längeren Version seither nicht mehr aus dem Kopf bekomme. Der kleine weiße Hund. Er war der letzte von allen denen, die in dem Raum waren und nach und nach herausgezogen wurden, um einen Schlag auf den Kopf zu bekommen, bevor man ihnen den Hals aufschnitt, um ihnen danach das Fell abzuziehen. Vor der Szene, die man im Jorge Video sieht, kommt er aus dem Raum, schaut ratlos, was er wohl tun könnte, um dem Schicksal zu entgehen, geht in den Raum zurück, wird dann aber wieder herausgetrieben und dann folgt, was man sieht. Sehr schlimm das alles, aber es hat mit dem Video nur indirekt zu tun.

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