Mein Weihnachten ohne Vater aber mit Mops

Weihnachten ist das Fest der Liebe und Familie. Nur leider für mich nicht, denn mein Vater fehlt. Nur die wenigsten wissen um die emotionale Geschichte um meinen Vater und seinen Mops Leo. Und heute, kurz vor Weihnachten, möchte ich euch diese Geschichte erzählen.

Mops mit Hundefriseurin

Hundefriseur feingemacht Eltville

Vor 13 Jahren, als mein geliebter Vater in Frührente ging, war ich der Meinung, dass er ein Hobby braucht. Zufällig habe ich von einem Mops gehört, der ins Tierheim gegeben werden sollte. Kurzerhand habe ich entschieden, dass dieser Mops namens Leo das neue Hobby meines Vaters werden sollte. Jetzt muss man wissen, dass mein Vater als letztes einen Hund im Sinn hatte. Aber manchmal muss man die Menschen eben zu ihrem Glück zwingen. Also rettete ich Mops Leo vor dem Tierheim, band ihm eine rote Schleife um und schenkte ihn meinen Dad.

Mein Vater Manfred mit seinem Mops Leo

Mein Vater Manfred mit seinem Mops Leo

Ihr könnt euch nicht vorstellen, wie sauer mein Vater war, denn er wollte keinen Hund. Und diesen schon gar nicht, einen übergewichtigen Mops, der sehr komische Geräusche von sich gab. Nach langer Diskussion entschied sich mein Vater aber dazu, es zwei Wochen auf Probe mit Mops Leo zu probieren. Ich war heilfroh, dass der erste Schritt getan war. Der Rest war ein Kinderspiel, denn Hunde können sich sehr schnell in unser Herz schleichen. Mein Vater beharrte aber darauf, dass ich den Hund nach zwei Wochen nehme, falls die Chemie zwischen ihm und Leo nicht stimmt oder er nicht mit dem Hund klarkommt.

Und was soll ich sagen. Nach zwei Tagen hörte ich von meinem Vater nur noch: „Leo hier, Leo da. Leo hat gekackt, Leo mag Käse, Leo schnarcht etc.“. Mein Vater redete unentwegt von seinem kleinen neuen Kumpel. Leo sorgte für so einige Lacher und allgemeine Erheiterung der ganzen Familie. Nach zwei Wochen fragte ich meinen Dad, ob ich Leo zu mir nehmen sollte oder ob er diesem süßen Mops ein Zuhause geben möchte. Mein Vater hat sofort gesagt, dass Leo bei ihm bleiben kann und soll. Und so ist das neue Traumpaar Leo und Manfred entstanden.

feingemacht Fotoshooting mit Kreativkartell

feingemacht Fotoshooting mit Kreativkartell

Ich war über die vielen Jahre, in denen Leo bei meinen Dad lebt, sehr erstaunt, wie liebevoll mein Vater diesen kleinen Mops umsorgt hat. Fellpflege, Gassigänge, Arzttermine. All das hat mein Vater gern gemacht. Die schönsten Situationen waren jedoch Leo und mein Vater auf der Couch – beide schnarchend :-).

Als vor sieben Jahren mein Vater an Krebs erkrankt war, konnte sein geliebter Leo nicht mehr bei ihm beiben. Denn die Chemotherapie und auch der Verlauf der Krankheit ließen es nicht zu, dass sich mein Vater weiter um seinen geliebten Mops kümmern kann. Also nahm ich Leo zu mir.

Die Trennung von seinem Herrchen machte Leo sehr zu schaffen und so hatter der kleine Kerl tageland Durchfall und Depressionen. Natürlich ist so eine Umstellung für Mensch und Tier schwer. Wenn ich meinen Vater besucht habe, habe ich Leo immer mitgenommen. Beide haben sich dann sehr gefreut, aber gerade für meinen Vater war es sehr schwer uns wieder fahren zu sehen. Als mein Vater seine letzten Tage auf Erden hatte, war ich mit Leo an seiner Seite. Da die ganze Familie meinen Vater zu Hause gepflegt und ihn beim Sterben  begeleitet hat, war Leo auch immer dabei. Die letzten Tage, als mein Vater schon in eine Art Komazustand gefallen war, lag der kleine Mops ganz eng bei ihm auf seinem Bett. Als die Ärztin nach meinem Vater schaute, knurrte Leo sie sogar an. Das war völlig neu für uns, denn Leo knurrte nie. Wir hatten sogar Probleme Leo vom Bett seines Herrchens zu holen um mit ihm Gassi zu gehen.

Und dann kam der Tag, andem es soweit war. An einem Samstag um kurz vor fünf Uhr morgens sprang Leo von Manfreds Bett und bellte wie wild. Er hat uns alle geweckt um uns zu sagen, dass die Zeit nun gekommen sei. Mein Vater machte seinen letzten Atemzug. Dieser kleine Mops hat mitbekommen, dass mein Vater nun geht und hat uns gerufen. Wenn ich an dieseen Moment zurückdenke, bekomme ich immer noch Gänsehaut.

Tiere sind unglaublich, denn sie verstehen die Welt anders und spüren Dinge, die für uns im Verborgenen liegen. Ich bin diesem kleinen Mops so unglaublich dankbar, dass er uns alle geweckt hat, sodass wir diesen doch sehr schweren Teil des Abschiedes erleben konnten. Das war am 3. November 2012, vor sechs Jahren. Und während ich diesen Geschichte für euch aufschreibe, liegt der kleine Mops neben mir, mittlerweile ergraut und schnarcht glücklich. Er ist bereits 14 Jahre und begleitet mich nun seit sieben Jahren. Er ist die letzte Verbindung zu meinem verstorbenen Vater. Aber wenn ich Leo anschaue, dann sehe ich nicht den Moment, als mein Vater gestorben ist. Ich sehe eher die schönen Momente mit einem Vater und Leo, die lustigen Situationen und Momente, in denen ich mit meinem Vater herzhaft über Leo gelacht habe.

Mops Leo - die letzte Verbung zu meinem Vater

Mops Leo

Zum Weihnachtsfest werde ich immer etwas traurig, denn Weihnachten ist das Fest der Liebe und Familie. Mein Vater fehlt, aber der kleine Mops Leo wird mich immer an ihn erinnern. Ich fürchte mich aber auch etwas vor dem Moment, wenn Leo uns verlässt. Aber daran möchte ich nicht denken. Wir alle sollten am Weihnachtsfest auch an die Tiere und Menschen denken, die nicht mehr bei uns sind. Ich wünsche euch allen ein schönes und besinnliches Fest und hoffe, dass ihr mit den Menschen und Tieren Weihnachten verbrint, die ihr liebt!

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