Corona Willkür – David gegen Goliath – Mein Kampf gegen die hessische Coronaverordnung

Weiterhin muss ich bis mind. 3. Mai den Hundesalon geschlossen halten. Ich kann Ungerechtigkeit und Willkür nicht ertragen, daher habe ich entschlossen gegen die hessische Coronaverordnung in den Kampf zu ziehen. Diese Email habe ich an an ziemlich viel Leute geschickt, darunter Minister aus dem hessischen Wirtschaftsministerium, Staatskanzlei, Ministerium für Soziales und gefühlten tausend Vertretern von Presse, Funk und Fernsehen. Ich habe nämlich das Gefühl, dass die Regierung in Hessen lieber schläft, als sich zusammen mit den anderen Bundesländern eine einheitliche Regelung für gewisse Branchen zu überlegen.

wenn die Landesregierung in Hessen schläft

wenn die Landesregierung in Hessen schläft

Sehr geehrte Damen und Herren, Liebe Vertreter des Bundes, des Landes Hessen, Liebe Medienvertreter,

wir alle kennen die Geschichte von David gegen Goliath. Nun, in meiner Geschichte bin ich David und das Land Hessen mit seiner für mich nicht nachvollziehbaren Corona Verordnung spielt den Goliath.

Corona hat uns alle schwer getroffen und überrascht. Es ist eine Herausforderung für Bund, Länder und alle Bürger. Ich als Bürgerin und Unternehmerin erwarte eine einheitliche Regelung von Bund und Ländern, die verständlich und nachvollziehbar ist. Nur so kann ich als Bürgerin und Unternehmerin die vorrübergehenden Einschränkungen sowohl in meine Bürgerrechte, als auch in der Ausübung meines Berufes akzeptieren. Die Landesbehörden scheinen stur ihren Verordnungen zu folgen und geben mir das Gefühl, dass sich stoisch auf dem Föderalismus berufen wird, wenn ich auf die Verordnungen der angrenzenden Bundesländer verweise. Und dafür erhalten Bund und Länder einen medialen Applaus. Die Soforthilfe wurde ja super schnell auf den Weg gebracht, und wer guckt dann da noch ins „Kleingedruckte“?

Als Hundefriseurin habe ich mit der hessischen Verordnung vom 17. März ein Berufsverbot erhalten. Andere, vor allem angrenzende Bundesländer, haben für diese Branche kein Berufsverbot verhängt. Diese nicht einheitliche Regelung für ein und dieselbe Branche ist mir nicht verständlich. Vielleicht liegt es daran, dass politische Institutionen keine Vorstellung von der Arbeit eines Hundefriseurs haben. In dem Wort Hundefriseur steckt zwar das Wort Friseur, aber eben auch das Wort Hund. Dem zufolge stehen wir am Hund, und nicht am Menschen, der Halter muss sich zu keiner Zeit im Hundesalon aufhalten. Selbst die Leine könnte kontaktlos getauscht werden.

Die Corona Verordnung wurde von den Ländern erarbeitet , um die Ansteckungsgefahr zu minimieren und die Kurve flach zu halten. Ich kann gewisse Maßnahmen absolut verstehen und nachvollziehen. Allerdings hat man sich für die Hundefriseur-Branche wohl recht wenig Gedanken gemacht. Hundefriseure pflegen Hunde, und können, wenn es die Corona Bestimmungen erfordern, den Kontakt zum Menschen auf Null reduzieren, da der Kunde seinen Hund nur abgibt. Wir sind also somit ein Dienstleister OHNE Kundenkontakt, da man zum Beispiel über eine Schleuse die Hunde empfangen kann, bargeldloses Zahlen ist auch eine Maßnahme. Einige Bundesländer haben das verstanden und Hundefriseuren unter gewissen Hygienebestimmungen das Arbeiten weiter erlaubt.

Das Land Hessen sieht dies jedoch anders. Wieso darf ich in Eltville meinen Hundesalon nicht öffnen, obwohl ich den Menschenkontakt auf Null minimieren kann, dass heißt eine Ansteckungsgefahr nicht besteht. In Mainz jedoch, 5 Kilometer über den Rhein, dürfen die Hundesalons weiter öffnen. Der Föderalismus ist sicher in vielen Aspekten eine sinnvolle Sache, aber in einer solchen Krise, wo es auch um das wirtschaftliche Überleben kleiner Betriebe geht, sollten die Länder über den Tellerrand schauen, den Föderalismus mal ausblenden und GEMEINSAME und schnelle Entscheidungen für einzelne Branche treffen.

Hundefriseure sind ein wichtiger Bestandteil beim Tierschutzgesetz §2, Absatz 1, denn viele Hunderassen benötigen regelmäßige Pflege, vor allem jetzt im Frühling. Hier wird vom Land Hessen eine ganze Branche wirtschaftlich völlig lahm gelegt. Meine Kunden wandern langsam über den Rhein nach Rheinland-Pfalz ab, ob sie wiederkommen, weiß ich nicht.

Ich kämpfe nun für die Öffnung der Hundesalons in Hessen, zur Not mit einer Klage im Eilverfahren vor dem Verwaltungsgericht. Von mir als Bürger wird erwartet, dass ich die massiven Einschneidungen meiner Bürgerrechte einfach so hinnehme. Wenn aber Entscheidungen der Länder so unterschiedlich ausfallen, und aus für mich nicht nachvollziehbaren Gründen meine Existenz gefährdet wird, werde ich zu David und ziehe in den Kampf gegen Goliath. Leider sind meine bisherigen Versuche eine Änderung für Hundefriseure zu erwirken nicht gefruchtet. Weder die IHK Wiesbaden, noch das Wirtschaftsministerium, das Ministerium für Soziales, Veterinärämter oder die Staatskanzlei Wiesbaden interessiert dieses Thema. Also wird am Montag eine Rechtsanwaltskanzlei aus Wiesbaden aktiv, und prüft im Eilverfahren. Eine Hundefriseur Kollegin aus Minden hat bereits erfolgreich, das ihr auferlegte Berufsverbot durch das VG Minden kippen lassen.

Gern stehe ich den Vertretern der Medien zur Verfügung, vielleicht möchten Sie ja auch diese Seite der Coronakrise beleuchten, denn ein Berufsverbot hinzunehmen, ohne einen driftigen Grund, kommt für mich nicht in Frage. Die Ungleichheit der Entscheidungen der Länder für die Hundefriseurbranche, lässt mich einfach nur mit dem Kopf schütteln.

Weitere gute Argumente finden Sie in dem aktuellen Video von Daniela Ben Said, ich erspare es Ihnen, hier alle aufzuführen. Es betrifft nicht nur meine Branche.

 

Mit hoffnungsvollen Grüßen

Franziska Knabenreich-Kratz