guter Hundefriseur

Welche ist die richtige Frisur für meinen Hund?

Heute widme ich mich einem spannenden Thema, denn die richtige Frisur für seinen Hund zu finden ist gar nicht so einfach. Natürlich gibt es Rassestandarts für viele Rassen. Aber was ist mit den Mischlingen? Oder was ist, wenn Herrchen oder Frauchen einfach eine pflegeleichte Frisur möchten? Heute zeige ich euch mal einige Vorher- Nachher Bilder von Hunden, die eine echte Typveränderung bei mir erlebt haben. Es gibt schon gewisse Tricks, um einen Hund jünger zu machen. Eine langer Bart und lange Ohren zum Beispiel lassen einen Hund oft alt wirken. Wie ihr ja alle wisst, bin ich kein großer Fan vom Abscheren, jedoch kommt das schon ab und zu mal vor. Manche Hunde sind so schlimm verfilzt, dass man nur noch zur Schermaschine greifen kann. Da blutet mir immer das Herz, aber auch das gehört nun mal zum Leben eines Hundefriseurs dazu. Aber zum Glück ist das sehr selten und der Hauptteil meiner Arbeit besteht darin Hunden einen schönen Look zu verpassen.

Bolonka vorher und nachher

Bolonka vorher und nachher

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Hundefriseur – ein anspruchsvoller Beruf, der eigentlich keiner ist

Was genau tut ein Hundefrisör?

Beim Hundefriseur gehts haarig zu!

Hundefriseure gibts viele. Denn jeder kann sich eine Schermaschine, Scheren und Kämme kaufen und sagen er sei Hundefriseur. Das hat oft fatale Folgen: Hunde werden bis auf die Haut abgeschoren, werden mit der Schere oder der Schermaschine verletzt oder bekommen merkwürdige und äußerst fragwürdige Frisuren, wie gefärbte Haare, alberne Zöpfe oder bunte Krallen. Und da mich das so sehr ärgert, schreibe ich heute über das Thema Hundefriseur. Den Beruf Hundefriseur gibt es also nicht! Hunde sind in Deutschland leider nur eine „Sache“ und somit wäre es also „nur“ Sachbeschädigung, wenn ein Hundefriseur einen Hund verletzt. Es gibt einige Schulen, die die „Ausbildung“ zum Hundefriseur anbieten. Da zahlt man dann für 4 Wochen Ausbildung mehrere Tausend Euro und ist dann Hundefriseur. Hurra!

Als Hundefriseur zu arbeiten macht mich sehr glücklich

Als Hundefriseur zu arbeiten macht mich sehr glücklich

Aber kann man nach 4 Wochen schon professionell mit Hunden umgehen? NEIN! Ich mache diesen Job bereits 2 Jahre und komme manchmal immer noch in Situationen, wo ich ins Schwitzen komme. Ich finde es höchst fragwürdig, wenn jemand nach 4 Wochen Ausbildung einen eigenen Salon aufmacht. Mal davon abgesehen erlernt man in 4 Wochen niemals alle Rassen und deren Rassestandard. Das ist auch der Grund, warum ich oft Hunde sehe, die nicht wie für ihre Rasse typisch aussehen. Klar ist das Geschmackssache, wie ein Hund aussieht, aber ein guter Hundefriseur sollte wissen, wie eine Rasse auszusehen hat. Dann wäre da noch der hygienische Aspekt. Ich reinige und desinfiziere nach JEDEM! Hund meine Geräte und den Trimmtisch. Das tut leider auch nicht jeder Hundefriseur. Sicherheit wird bei mir und Kristine auch ganz groß geschrieben. Jeder Hund wird auf dem Trimmtisch festgemacht. Auch wenn das im ersten Moment komisch aussehen mag, aber es dient der Sicherheit des Hundes.

Ein Foxterrier, der per Hand nach Rassestandard getrimmt wird

Ein Foxterrier, der per Hand nach Rassestandard getrimmt wird

Ich höre von meinen Kunden leider oft sehr fragwürdige und unglaubliche Geschichten, die sie bei anderen Hundefriseuren erlebt haben. Es fängt schon damit an, dass die Hunde oft über mehrere Stunden dort sind. Was machen die solange mit den Hunden? Bei uns ist ein Hund maximal 1,5 Stunden, denn länger sollte man den Hund nicht auf dem Tisch lassen, weil es zu anstrengend und stressig für das Tier ist. Auch „horten“ wir keine Hunde in Käfigen und lassen sie dort über Stunden warten. Auch rauchen wir nicht in Gegenwart des Hundes. Eine der wohl schlimmsten Sachen sind aber gefärbte Hunde. Das ist in China und Amerika gerada ganz großer Trend. Ich kann da einfach nur mit dem Kopf schütteln. Da werden die Hunde über Tage in stundenlangen Sitzungen gefärbt und bekommen komische Muster ins Fell geschnitten. Mit Fellpflege hat das nichts mehr zu tun, und süß finde ich das auch nicht. Aber die wohl schlimmste Sache, die passieren kann, ist einen Hund zu verletzen. Da habe ich leider schon zwei schlimme Geschichten mitbekommen und bin schockiert. Da man es als Hundefriseur mit einem Lebewesen zu tun hat, dass nicht immer still hält und auch mal zappelt ist es umso wichtiger souverän zu sein und Geduld zu haben. Denn mit einer scharfen Schere oder einer Schermaschine kann man einen Hund ziemlich schlimm verletzen. Ich behaupte mal, dass man nach 4 Wochen Ausbildung noch nicht wirklich souverän und sicher mit der Schere umgehen kann. So ging es mir zumindest. Es hat ein Jahr gedauert, bis ich mich wirklich zu 100% sicher an einem Hund gefühlt habe. Und auch heute, nach 2 Jahren Praxis gibt es Situationen mit schwierigen Hunden, bei denen ich zweimal tief durchatmen muss.

Für jeden Felltyp gibt es eine individuelle Fellpflege

Für jeden Felltyp gibt es eine individuelle Fellpflege

Das ist wohl auch der Grund, warum man bei vielen Hundefriseuren auch nicht bleiben darf sondern nur den Hund abgibt. Bei uns ist das nicht so. Die Kunden dürfen bleiben (sofern die Hunde ruhig bleiben). Klar gibt es auch Hunde, die verhalten sich viel ruhiger, wenn die Besitzer gehen. Das muss man immer individuell entscheiden. Das wichtigeste ist das Wohl des Hundes, dieser muss sich wohl fühlen. Letztendlich ist es aber ein anspruchsvoller Job und man muss sich sehr auf seine Arbeit konzentrieren. Aufgeregte, laute und schrille Hundebesitzer sind da selten hilfreich. Nun fragen sich viele, wie man einen guten Hundefriseur erkennt.

 

Spaß bei der Arbeit und die Liebe zu den Hunden ist mein Credo

Spaß bei der Arbeit und die Liebe zu den Hunden ist mein Credo

Wichtig ist, dass der Hundefriseur nicht einfach jedes Fell abschert, sondern die unterschiedichen Fellsorten kennt und auch weiß, was man damit macht. Auch Rassestandards sollte er kennen, auch wenn nicht jeder Besitzer darauf besteht. Er sollte auch die Psyche des Hundes erkennen, nicht jeder Hund braucht gleich einen Maulkorb oder gar Schläge! Er sollte auch erkennen, wenn der Hund Hautprobleme hat und es den Besitzern mitteilen. Ein vernünftiges Beratungsgespräch ist das A und O. Wir fragen Neukunden grundsätzlich erst einmal über den Hund aus :-). Rasse, Fell, Krankheiten, ob der Hund schon einmal beim Hundefriseur war, welche Ticks er eventuell hat (ob er frech ist), ob die Besitzer den Hund auch selbst kämmen, ob er baden und föhnen kennt etc. All diese Dinge sollte ein guter Hundefriseur bei einem Neukunden wissen, um entsprechend mit dem Hund umgehen zu können. Auch ich habe ängstliche, nervöse, sehr alte, freche oder aggressive Hunde auf meinem Trimmtisch und passe mich jedem Hund individuell an. Man muss mit den Hunden „reden“ und ihnen „zuhören“, erst dann dann kann man ein guter Hundefriseur sein. Also fragt den Hundefriseur ruhig Löcher in den Bauch und schaut euch den Hundesalon genau an, bevor ihr euren geliebten Vierbeiner dort abgebt :-).