Ein Menschenkind im Rudel – Dobermänner als Familienhunde

Heute schreibt Jenny Manegold diesen Beitrag. Sie ist Mutter,Arbeitnehmerin und Bloggerin. Und da gibt es einige spannende Themen, denn sie hat zwei Dobermänner, eine Rasse, die viele Vorurteile hat. Viel Spaß beim Lesen 🙂

Frau mit Hunden am Strand

Die WAUMAMA und ihre beiden Dobermänner

„Immer wieder sehe ich Anzeigen in denen Hunde abgegeben werden, weil sich Menschen-Nachwuchs ankündigt. Das macht mich unheimlich traurig, denn es ist zu schaffen.

Wir sind beide berufstätig. Ich arbeite wieder in Teilzeit, seitdem unsere Tochter 8 Wochen alt ist. Wir haben zwei Dobermänner. Circa vier Stunden nachdem ich hier und da angegeben habe, dass ich schwanger bin (muss man aus arbeitsrechtlichen Gründen), bekam ich den ersten Anruf, man würde meinen kleinen Hund nehmen, wenn ich ihn jetzt nicht mehr haben will. WAHAAAAS??? Das kam für uns keine Sekunde in Frage.

Das Rudel bekommt Zuwachs

Hund und Baby

Die Spannung steigt, wie reagiert der Hund auf des Baby

Zugegeben, ganz so war das hier auch alles nicht geplant. Emma unser jüngster Dobi-Zuwachs war nicht mal 12 Monate alt als wir vor einem Jahr die frohe Botschaft bekamen, dass sich demnächst ein Menschenkind zu unserem Rudel gesellen wird. Ehrlich, hätte ich das eher gewusst … aber nun ist es so und ich habe eine 8jährige Dobermannmix-Hündin – Jill, eine 2jährige halbstarke Dobermannhündin – Emma, zwei Katzen – Henry und Mietzi und ein Baby – Johanna.

Emma ist ein Tierschutzhund, sie wurde uns von der Dobermann-Nothilfe anvertraut. Ich glaube, mit einem Baby, zwei berufstätigen Eltern und schon einem Hund und zwei Katzen, hätte uns kein Tierschutzverein der Welt einen Dobermannwelpen oder auch „nur“ eine halbstarke Hündin vermittelt. Doch nun ist sie hier und es läuft alles prima.

Hund und Kind, geht das gut?

Die beiden Dobermänner sind echte Familienhunde

Die beiden Dobermänner sind echte Familienhunde

Die Suche nach einer Angst freien Hebamme, war etwas komplizierter, nicht nur, weil ich Dobermänner habe ;), sondern auch, weil ich schnell wieder arbeiten gehen wollte, das findet nicht jede Hebamme so witzig. Ich liebe meine Hunde, sie sind quasi die Erstgeborenen. Ich hatte zudem das Glück einer unkomplizierten Schwangerschaft. Wir sind vor der Entbindung noch mal getürmt um Gassi zu gehen und ich war 12 Stunden danach auch wieder das erste Mal mit Hunden und Baby spazieren.

Die Familienzusammenführung ist geglückt. Die Hunde lieben Johanna. Das war nicht wenig Arbeit und Vorbereitung. Aber es waren ja auch einige Monate Zeit. Wir haben die Hunde nach und nach aus dem Schlafzimmer ausquartiert, schon bevor das Baby kam. Das muss man nicht, macht die Sache hier jetzt aber unkomplizierter, weil nicht immer alle wach werden, wenn ich den Nachwuchs wickele oder stille, hier rumlaufe … in der Nacht.

Außerdem haben wir unseren Hunden einige Babys und Kleinkinder vorgestellt. Damit die Überraschung nicht ganz so groß wird. Die erste Begegnung habe ich gefühlte 100 Mal durchgespielt.

Gassi mit Kind und Kegel

Ausflug mit Kind und Hunden

Ausflug mit Kind und Hunden an den Strand

Ich habe unzählige Stunden damit verbracht an der Leinenführigkeit meiner Hunde zu arbeiten. Vorher sind sie meist ohne gegangen, weil wir zum Strand etc. fahren konnten und sie dort laufen ließen. Diese Ausflüge sind hier allerdings nur noch an besonderen Tagen, wenn wir beide zu Hause sind, möglich. Mittlerweile gehen wir kleine Gassistrecken und eine – je nach Tempo – ein oder zweistündige Runde mit Kinderwagen zum Ballspielen an den Kanal. Das klappt immer noch nicht zu 100 %, die geleistete Vorarbeit macht das Gassigehen mit Kinderwagen aber um einiges entspannter. Reichen die Gassigänge nicht aus, werden die Hunde mit Kopfarbeit ausgelastet. Das ist meist effizienter als Kilometer zu drehen, erfordert allerdings ein bisschen Kreativität meinerseits. Wir suchen im Haus Kuscheltiere, Leckerlies im Garten, schieben einen Ball vor uns her oder üben kleinere Tricks.

Die Hunde profitieren, trotz der nicht immer abenteuerlichen Gassirunden, auch von dem Nachwuchs. Waren sie früher während unserer Arbeitszeit auch mal ein paar Stunden täglich alleine, genießen sie jetzt absolute Rundumbetreuung. Denn einer von uns ist immer mit dem Baby zu Hause. Das Kind muss, genau wie die Hunde, bei fast jedem Wetter raus, denn ein Baby braucht Licht um einen Vitamin-D-Mangel vorzubeugen.

Die Eifersucht

Wir achten im Alltag darauf, dass die Damen nicht eifersüchtig werden. So üben wir mit Emma, Windeln wegzubringen, während ich wickele. (Achtung, das ist auch schon sehr oft schief gegangen… ekelig).

Zwei Hund im Körbchen mit einer Katze

Der Alltag mit zwei Hunden, Katze, Kind und Mann ist schwer, aber machbar

Natürlich komme ich auch mal an meine Grenzen und muss meinen inneren Schweinehund auch nach einer kurzen Nacht mit dem Baby überwinden und bei schlechtem Wetter umständlich das Kind einpacken und Gassi gehen. Doch ganz ehrlich: das ist eine Erholung und ein super Ausgleich, denn Babys schlafen meist im Kinderwagen. Ich denke, die Bilder sprechen für sich.“

Danke an Jenny für den Einblick in ihr Leben :-). Besucht doch mal den WAUMAMA Blog!

2 Kommentare

  1. Toller Beitrag! Freut mich, dass es so gut klappt. Wir haben auch eine Dobi-Mix-Hündin und sie ist ein Schatz. Ich würde immer wieder einen Dobi nehmen. Andere allerdings auch 😉

    1. Hallo Mieke, ich finde die Geschichte auch toll. Aber ich glaube der Hund ist, was der Mensch aus ihm macht. Ich finde es immer schade, wenn Hunde abgegeben werden, weil ein Baby da ist. Liebe Grüße, Franzi

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